Regensburg - Freitagnacht stellten Beamte auf der A3 sprengstoffverdächtige Gegenstände in einem Auto fest. Ein Teil wurde kontrolliert gesprengt. Die Autobahn war stundenlang gesperrt. Die Ermittler verfolgen nun eine Spur.

Im Rahmen einer Verkehrskontrolle sind am Freitag, 30. Januar, gegen 2 Uhr, auf der Autobahn A3 im Bereich der Anschlussstelle Wiesent/Wörth an der Donau mehrere sprengstoffverdächtige Gegenstände aufgefunden worden. Zusätzlich entdeckten die Einsatzkräfte in dem Fahrzeug zwei Brecheisen sowie einen Benzinkanister.

Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilt, sind eine 28 Jahre alte Fahrzeugführerin einer schwarzen BMW-Limousine sowie ein 24-jähriger männlicher Beifahrer an dem Vorfall beteiligt. Beide Personen wurden vorläufig festgenommen.

Zur Gefahrenabwehr musste die A3 zwischen den Anschlussstellen Rosenhof und Wiesent in Fahrtrichtung Passau sowie ab der Anschlussstelle Tiefenthal in Fahrtrichtung Nürnberg vollgesperrt werden. Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts unterstützen die Maßnahmen vor Ort.

Der sprengstoffähnliche Gegenstand sollte am Freitagmorgen zur weiteren Analyse transportiert werden. Da dieser aber nicht handhabungssicher war, wurde ein Teil davon gegen 8.45 Uhr durch Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes kontrolliert gesprengt, teilt das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Zeitweise war die A3 zwischen Rosenhof und Kirchroth in beide Richtungen vollgesperrt. Zunächst wurde dann die Richtungsfahrbahn nach Nürnberg wieder freigegeben. Gegen 12 Uhr wurde wurde auch die Sperrung in Richtung Passau wieder aufgehoben. Die A3 ist wieder befahrbar.

Führt Spur in die Geldautomatensprenger-Szene? Festgenommene in U-Haft

Auch die Hintergründe des Vorfalls blieben zunächst unklar. Die Ermittler verfolgen wohl eine Spur, die in die Geldautomatensprenger-Szene führt. Ein solcher Zusammenhang werde geprüft, sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) der Deutschen Presse-Agentur. Ermittelt werde aber weiter in alle Richtungen. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht.

Gegen die Fahrerin des Wagens und ihren Beifahrer wurden am Freitagnachmittag bereits Haftbefehle aufgrund des Tatverdachts der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz erlassen. Dort sollte eine Entscheidung über eine mögliche Untersuchungshaft gegen die beiden fallen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es derzeit aber keine Hinweise auf einen extremistischen oder staatsschutzrelevanten Hintergrund, erklärt die Polizei Oberpfalz am Nachmittag in einer Pressemitteilung. Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine konkrete Gefahr bestanden.

Die weiteren Ermittlungen führt das Bayerische Landeskriminalamt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth.

Dieser Artikel wurde am 30. Januar um 16.15 Uhr Uhr aktualisiert.


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