Nürnberg - Bei anhaltend eisigen Temperaturen sehnt sich der ein oder andere Hörbuchliebhaber nach ein wenig Aufbruch und Wärme - schließlich kann der Frühling doch nicht mehr so weit sein, oder?

Beim Spazieren, Workout oder Autofahren: Wer das Lesen liebt, der hat unterwegs auch gerne einmal ein Hörbuch dabei. Natürlich kann man Hörbücher auch einzeln kaufen, doch für Vielhörer empfiehlt sich ein Abo bei einem Hörbuchanbieter. Davon gibt es einige. Wir stellen Ihnen nicht nur die aktuell beliebtesten Hörbücher verschiedener Anbieter vor, sondern geben auch Tipps für tolle Hörerlebnisse. Die folgenden Hörbücher erzählen von Aufbruch, Freundschaft oder Neuanfängen und passen zum Thema Frühlingserwachen.

Ein echter Klassiker: „Der große Gatsyby“ von F. Scott Fitzgerald

Es lohnt sich, diesen Klassiker im Frühling wiederzuentdecken. Steht hier der Frühling doch für Neuanfänge und große Illusionen im New York der 1920er Jahre. „Der große Gatsby“ ist eine Zeitreise, die alle Sinne anregt.

Protagonist Jay Gatsby lässt keine Gelegenheit aus, auf seinem Anwesen in Long Island die opulentesten Feste zu feiern. Dabei geht es ihm darum, mit seinem neuerworbenen Reichtum, Champagnerströmen und wilden Swingpartys seine verlorene Liebe zurückzugewinnen - bis es zum Showdown kommt. „Das Buch besteht durch eine wundervolle Sprache, man fühlt sich in diese Zeit zurückversetzt, voller Blumen, Duft und Melancholie“, heißt es passend zu unserem Thema Frühling in den Rezensionen.

Der „große amerikanische Roman“ erzählt von den Auswüchsen des amerikanischen Traums und dessen Scheitern. Die deutsche Fassung des Hörbuchs liest Gert Heidenreich.

Spannung und Neuanfang in „Lavendelstürme“ von Margot S. Baumann

Die junge Journalistin Saskia braucht dringen einen Neuanfang - nicht nur, weil sie ihren Job verloren hat, auch in der Liebe läuft es alles andere als gut. Erstmal kommt sie bei ihrer Freundin Cécile unter. Doch diese bringt sie auf eine neue Idee, was sie mit ihren Leben anstellen könnte. Cécile berichtet von der Weinlese im kleinen provenzalischen Dorf Beaumes-de-Venise in Frankreich - für die aktuelle Saison werden dort noch Aushilfskräfte gesucht. Saskia Wagner war schon immer eine Frau der schnellen Entschlüsse - also bewirbt sie sich und landet schließlich am Bahnhof von Beaumes-de-Venise, wo sie auf den attraktiven Gutsbesitzer und ihren neuen Arbeitgeber Jean-Luc Rougeon trifft.

Allerdings gibt es ein Rätsel, dass es zu lösen gilt. Während Saskia versucht, sich auf dem herrlichen Anwesen einzufinden und ihre Zeit zu genießen, verunsichert Rougeon die sonst so selbstbewusste Frau ziemlich. In der Familie sowie bei den Menschen im Dorf löst ihr Erscheinen seltsame Reaktionen aus. Saskia, ganz die Journalistin, macht sich auf die Suche nach der Ursache dafür.

Romantische Träumereien mit „Frühling auf Schottisch“ von Karin Lindberg

Für alle, die auch mal abschalten wollen, ist „Frühling auf Schottisch“ genau das Richtige. Denn hier taut nicht nur der Schnee in den Highlands, sondern auch die Herzen.

Wenn Kendra eine Auszeit von ihrem stressigen Job als Pub-Besitzerin braucht, geht sie gerne in den Highlands campen. An ihrem Lieblingsort hat sie einen tollen Blick auf Loch Ness und in den klaren Sternenhimmel. Dort träumt sie heimlich von einem Mann, der ihr Herz erobert. Und tatsächlich tritt unversehens ein gut aussehender Fremder in ihr Leben. Kendra hat ihn noch nie gesehen, doch er gefällt ihr auf Anhieb. Sie erfährt, dass er in der Nähe ein altes Herrenhaus gekauft hat. Eigentlich könnte alles nicht besser laufen, denn Alejandro macht ihr auch noch Avancen. Doch die Pub-Besitzerin kann sich nicht Hals über Kopf in eine Romanze stürzen - sie ist misstrauisch. Denn der Argentinier scheint eher vor etwas davonzulaufen. Soll sie es riskieren, ihr Herz für ihn zu öffnen?

Berührend und sensibel: „Die Lüge“ von Mikita Franko

Für alle, die auf der Suche nach einem berührenden und sensiblen Hörbuch für den Start in den Frühling suchen. „Die Lüge“ handelt von Mikita, der in Russland bei einem homosexuellen Paar aufwächst. Nach dem Tod seiner Mutter wird der Junge von seinem Onkel adoptiert. Da ist Mikita fünf Jahre alt. Er hat eine fröhliche Kindheit bei Slawa und dessen Partner Lew und genießt die Zeit - bis die Einschulung erfolgt. Dann beginnen die Lügen. Bevor Besuch kommt, müssen Fotos weggeräumt, in Aufsätzen müssen Dinge verschwiegen oder erfunden werden. Mikita hat mit Vorurteilen zu kämpfen. Der Umgang damit überfordert den Jungen, er wird aggressiv, dauernd wütend und depressiv.

Nur eine Freundschaft mit einem Jungen aus dem Waisenhaus bringt ihn zur Ruhe. Doch dann bemerkt er, dass er sich selbst zu Jungs hingezogen fühlt. Ausgerechnet er, der bei einem schwulen Paar aufgewachsen ist. Seine Selbstbeschuldigung wird riesig. Mikita sieht sich selbst als Beweis für die Propaganda, die behauptet, gleichgeschlechtliche Paare würden homosexuelle Kinder großziehen. All seine Versuche, sich in Mädchen zu verlieben, scheitern. Die schwierige Suche Mikitas nach Frieden mit sich selbst.

Raus in die Natur und sanftes Erwachen mit Jane Austens „Stolz und Vorurteil“

Jane Austen (1775-1817) erfreut sich im Moment wieder größter Beliebtheit bei den Lesefans. Die Buchhandlungen sind voll mit ihren Klassikern der Weltliteratur und sie passen ausgezeichnet in den Frühling! Spaziergänge, Besuche, Tanz, Neuanfänge, eingebettet in der englischen Landschaft. Die Szenen spielen in Gärten, Alleen, auf dem englischen Land - die Natur verspricht ein Aufblühen. Passend ist natürlich „Stolz und Vorurteil“, der bekannteste Roman Austens, der mit der Ankunft eines neuen Nachbarn für die Bennets beginnt. Elizabeth Bennet ist gezwungen, sich möglichst vorteilhaft zu verheiraten - doch dabei will sie ihrem Herzen folgen. Der neue Mr. Bingley scheint eine gute Partie für die Bennet-Töchter zu sein, er bringt auch noch seinen gut aussehenden Freund Mr. Darcy mit. Doch sein stolzes Verhalten schreckt Elizabeth ab - erst spät erkennt sie, dass sie sich in ihren Einschätzungen getäuscht hat.

Auch Austens Klassiker „Emma“ fügt sich gut für alle Frühlingshungrigen ein. Darin will die 21-jährige Emma ihre Unabhängigkeit auf keinen Fall aufgeben. Allerdings beginnt sie fröhlich, in ihrer Kleinstadt Freunde zu verkuppeln. Dabei stiftet sie Gefühlschaos und Verwirrung, bis sie sich selbst im Liebeszirkus wiederfindet. Natürlich gibt es einige Versionen der vertonten Klassiker. Eine Reihe von Austens Romanen wurde von der Schauspielerin Eva Mattes eingesprochen.

Nur die Freundschaft zählt: „Alles, was wir uns nicht sagen“ von Salma El-Wardany

In diesem Hörbuch steht das Finden des eigenen Wegs für die Protagonistinnen ganz klar im Fokus. Auch deshalb passt es gut in den Frühling. Wachstum kann schmerzhaft sein, vor allem, wenn die Freundschaft bitter darunter leiden muss. „Alles, was wir uns nicht sagen“ ist ein Roman aus der Rubrik New Adult, der sich zwischen verschiedenen Kulturen, Fragen der Zugehörigkeit, Feminismus und Liebe bewegt.

Jenna, Kees und Malak sind beste Freundinnen. Die drei gehen durch dick und dünn. Gemeinsam unterstützen sie sich, denn ihr Leben kann zwischen Liebe, Karriere, hohen Erwartungen und Familienwerten ein ganz schöner Spiesrutenlauf sein. Dann verändert ein Streit plötzlich alles und die drei gehen getrennte Wege. Malak flieht regelrecht nach Kairo, um endlich einen Mann zu finden, der dieselben Wurzeln hat wie sie. Kees zieht heimlich mit ihrem Freund zusammen und Jenna, von Einsamkeit geplagt, stürzt sich ins Dating. Die drei gehen unterschiedliche Pfade, doch ihre weggebrochenen Stützen fehlen und sie drohen, sich selbst zu verlieren.