
Ein Zyklon und damit massive Regenmengen haben Italien erreicht, in verschiedenen Regionen und Orten herrscht Chaos. Der Wetterdienst rief für mehrere Landstriche wie Sizilien, Sardinien oder Kalabrien die Warnstufe Rot aus. Einige Orte sind evakuiert, Schulen öffnen nicht. Darüber berichten nicht nur italienische, sondern auch mehrere deutsche Medien.
Am Dienstagmorgen erklärte Domenico Costarella, Generaldirektor des Zivilschutzes, im italienischen Rundfunk Rai: „Verhalten Sie sich vernünftig. Gehen Sie kein Risiko ein.“ Derzeit sei die Lage allerdings unter Kontrolle, betonte er. Das berichtet t-online.de.
Mit Erreichen des außergewöhnlich heftigen Sturmtiefs „Harry“ am Montag rechneten die Meteorologen mit sintflutartigen Regenfällen von bis zu 400 Liter pro Quadratmeter, wie der italienische Rundfunk Rai berichtete.
Meteorologe Daniele Ingemi von Meteored Italia warnt vor „Phänomenen mit Ausnahmecharakter“, schreibt Quotidiano di Ragusa. Wie faz.net berichtet, habe die auch italienische Luftwaffe eine Sturmwarnung herausgegeben. Weiter heißt es dort: Windgeschwindigkeiten könnten Sturmstärke erreichen, „mit Böen über 100 km/h, die Wolken und Niederschlagssysteme schnell ins Landesinnere treiben werden“, Metereologe Ingemi. Auf dem offenen Meer werden Wellen von 10 bis 12 Metern Höhe erwartet.
Entsprechend waren auf Sizilien rund 200 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Wie t-online.de schreibt, seien darunter Senioren, die in nah am Meer gelegenen Pflegeheimen leben. Komplett evakuiert wurde beispielsweise das Küstendorf Marzamemi, für die betroffenen Familien gebe es Notunterkünfte. Auch in den Orten Giampilieri Marina, Acireale und Capo Mulini seien aufgefordert worden, ihre Anwesen zu verlassen.
Orkan „Harry“: Rund 700 Einsätze für italienische Feuerwehr in 24 Stunden
Auf Sardinien wurden außerdem Erdrutsche vermeldet, Autobahnen wurden gesperrt. In der Gemeinde Torpè evakuierte man Dutzende Familien, die in der Nähe von Flüssen und Staudämmen leben. Wie man einem Post auf Instagram vom Dienstagmittag, rund 13.30 Uhr, entnehmen kann, zählt die Feuerwehr bis dahin rund 700 Einsätze in Kalabrien, Sardinien und Sizilien in den vergangenen 24 Stunden - dabei seien 1493 Feuerwehrleute mit 498 Betriebsmitteln im Einsatz. Zu den Einsätzen gehören umgestürzte Bäume, fallende Dachziegel und losgerissene Verkehrsschilder. Menschen sollen demnach Fahrten begrenzen und am besten zuhause bleiben. In mehreren Regionen Kalabriens wurde der Zugverkehr gestoppt. Schulen, Parks und Gärten wurden gesperrt oder geschlossen, der Aufenthalt auf Küstenpromenaden ist derzeit untersagt.
In Cantanzaro in Kalabrien schnitt ein Erdrutsch mehrere Familien von der Außenwelt ab, berichtete Rai. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete, dass im kalabrischen Stilo binnen 48 Stunden 300 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden seien.
Bis sich die Lage entspannen soll, müssen die Menschen in Italien die Luft noch anhalten: Die Unwetterwarnungen für Kalabrien, Sizilien und Sardinien gelten bis Mittwoch.
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