
Mehrmals jährlich gibt der Bayerische Rundfunk eine repräsentative Umfrage in Auftrag, um die Meinungen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen abzufragen.
Die Ergebnisse des ersten BR24-BayernTrends des Jahres sind eindeutig: Die Partei von Markus Söder verliert an Zustimmung, die Freien Wähler verzeichnen deutliche Verluste und die AfD erreicht Höchstwerte.
Die Wahltendenzen der Parteien im Überblick
In der Sonntagsfrage des BR24-BayernTrends käme die CSU im Januar 2026 auf 39 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als noch vor zwei Jahren. Dennoch halten die Christsozialen in etwa das Niveau vom Beginn der Legislaturperiode, während ihr Koalitionspartner, die Freien Wähler, erkennbare Verluste hinnehmen muss. Sie verlieren vier Prozentpunkte im Vergleich zu 2024 und kämen aktuell auf neun Prozent in Bayern. Die AfD kann dagegen zulegen: Sie erreicht aktuell einen neuen Höchstwert in der Sonntagsfrage und könnte momentan mit 19 Prozent bei einer Landtagswahl rechnen. Die Grünen liegen wie Anfang 2024 bei 13 Prozent, die SPD verbessert sich leicht auf acht Prozent. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 12 Prozent, darunter die Linke mit drei Prozent.
50 Prozent der Bayern mit der Regierung nicht zufrieden
Aus der Umfrage des BR geht hervor, dass inzwischen die Hälfte der Menschen in Bayern mit der Arbeit der Staatsregierung unzufrieden ist. Gegenüber 2024 ist dieser Wert um zwei Prozentpunkte gestiegen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede innerhalb der Parteien:
Während nur 15 Prozent der CSU-Wähler mit der Regierung unzufrieden sind, fällt das Urteil bei der AfD deutlich negativer aus – hier äußern ganze 84 Prozent Unzufriedenheit. Auch bei den Grünen ist die Zustimmung gering: Nur 24 Prozent bewerten die Arbeit der Staatsregierung positiv. Im Mittelfeld liegen die SPD mit 52 Prozent sowie die Freien Wähler mit 55 Prozent Unzufriedenheit gegenüber der Regierung.
Rückläufige Zufriedenheit bei der CSU und den Freien Wählern
Die wachsende Unzufriedenheit in Bayern richtet sich insbesondere gegen die Partei des Ministerpräsidenten Markus Söder sowie die Freien Wähler. Mit der Arbeit der CSU im Kabinett sind derzeit 44 Prozent zufrieden. Zum Start der Regierung waren es noch 51 Prozent – ein Minus von sieben Punkten. Die Freien Wähler schneiden noch schlechter ab: Nur noch etwa jeder Dritte (31 Prozent) bewertet ihre Regierungsarbeit positiv. Das sind zehn Punkte weniger als zu Beginn der Regierung im Januar 2024.
Die Opposition im bayerischen Landtag wird von den Bürgern heute etwas besser bewertet als zu Beginn der Legislaturperiode. Trotzdem kommt sie insgesamt nicht an die Zustimmungswerte der Regierungsparteien heran. Mit ihrer Oppositionsarbeit überzeugen die Grünen derzeit 23 Prozent der Wahlberechtigten, die SPD 22 Prozent und die AfD 20 Prozent. Alle drei Parteien konnten ihre Werte seit Januar 2024 jeweils um drei Prozentpunkte verbessern.
Söder und Aiwanger verlieren an Sympathie
Die kritischere Sicht der Bayern auf die Regierungsarbeit beeinflusst auch die Bewertung der Koalitionsspitzen. Betrachteten im Januar 2024 noch 60 Prozent der Wahlberechtigten Markus Söder als guten Ministerpräsidenten, kommen aktuell 55 Prozent zu einem positiven Urteil. Mit der gesamten politischen Arbeit von Markus Söder sind derzeit 49 Prozent zufrieden – 2023 waren es noch 55 Prozent. Auch Parteivorsitzender Hubert Aiwanger von den Freien Wählern verzeichnet deutliche Sympathieverluste. 40 Prozent sind aktuell noch mit seiner Arbeit zufrieden – 2023 waren es noch genau jeder zweite.
Wer ist der beliebteste bayerische Landespolitiker?
Trotz der rückläufigen Zustimmungswerte führen Markus Söder und Hubert Aiwanger die Liste der populärsten bayerischen Landespolitiker weiterhin an. Dicht gefolgt von CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, der einen Zuspruch von 33 Prozent verzeichnet. Darauf folgt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze mit 25 Prozent. AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner findet mit ihrer Arbeit Anerkennung bei 9 Prozent, ist allerdings nur knapp vier von zehn Bayern bekannt. Gegen noch größere Bekanntheitsprobleme kämpft Holger Grießhammer, der die SPD-Landtagsfraktion seit Sommer 2024 führt: Nur jeder Vierte kann ihn beurteilen, darunter sind 7 Prozent, die sich wohlwollend äußern.
Grundstimmung bessert sich, bleibt aber mehrheitlich negativ
Die Grundstimmung in Bayern ist zu Beginn des neuen Jahres etwas besser als zuletzt, bleibt aber insgesamt eher negativ. Jeder zweite Bayer blickt mit Sorge auf die aktuelle Lage, während vier von zehn Menschen optimistisch in die Zukunft schauen.
Die wichtigsten Probleme in Bayern sind Zuwanderung und Wirtschaft
Als die beiden größten Sorgen nehmen die bayerischen Bürger die Themen Zuwanderung und Wirtschaft wahr. Mit 29 Prozent fällt der Begriff „Zuwanderung“ nach wie vor die am meisten. Auf Platz zwei der Problemagenda rangiert jedoch mittlerweile die Lage der bayerischen Wirtschaft mit 20 Prozent. 41 Prozent der Wahlberechtigten schätzen die wirtschaftliche Lage im Freistaat als weniger gut bis schlecht ein. Dahinter folgen in den Antworten der Befragten die Verhältnisse an den bayerischen Schulen mit 13 Prozent sowie der Umwelt- und Klimaschutz mit 11 Prozent. Letzterer mit deutlich geringerem Stellenwert als im Vorfeld der Landtagswahl im Herbst 2023.
Über 1.000 Menschen in Bayern befragt
Die Sonntagsfrage misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Für die repräsentative Umfrage im Auftrag des Bayerischen Rundfunks wurden vom 8. bis 12. Januar 2026 mit einer zufallsbasierten Telefon- und Online-Erhebung 1177 Wahlberechtigte in Bayern befragt.
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