Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg steht vor einem herausfordernden Hinrundenabschluss mit einem Heimspiel gegen Hannover 96. Nicht nur wegen der Qualität des Gegners, sondern auch wegen einer Krankheitswelle im Club-Kader.

„Wir werden jeden Spieler brauchen“, wird Miroslav Klose seit seinem Amtsantritt als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg zu betonen. Den Beweis für diese These könnte das letzte Spiel des Kalenderjahres 2025 liefern. Acht Spieler fehlen dem Club krankheitsbedingt, außerdem verpasst Adam Markhiev das Hinrundenfinale aufgrund einer Gelbsperre. Zwar wollte Club-Coach Klose die Namen der erkrankten Spieler nicht nennen und sagte: „Da will ich mir nicht in die Karten schauen lassen, das wäre für den Gegner zu einfach.“

Einen Hinweis liefert das Personal-Update, das der 1. FC Nürnberg am Mittwoch vermeldete: Zu diesem Zeitpunkt fehlten die beiden Torhüter Robin Lisewski und Christian Mathenia sowie mit Julian Justvan und Finn Ole Becker zwei absolute Stammspieler. Zudem konnten auch Eric Porstner, Tarek Buchmann, Eryk Grzywacz, Demba Diop und Justin von der Hitz nicht trainieren.

Ob diese Spieler weiterhin das Lazarett füllen oder inzwischen wieder fit sind und stattdessen andere Akteure fehlen, ist unklar – ebenso wie die Einsatzfähigkeit der (zuletzt) Erkrankten: „Welche Spieler nimmt man mit? Können sie von Anfang an spielen? Wie lange hält die Luft?“, gewährte Klose Einblick in seine Überlegungen. Zur Beantwortung dieser Fragen wird er einerseits ausführliche Gespräche mit den Spielern, andererseits auch Puls-Daten heranziehen. „Es kann sein, dass alle nicht zur Verfügung stehen“, ließ der Trainer offen.

Zugleich bietet sich durch die vielen Krankheitsausfälle auch die Chance für Spieler, die bisher hintendran waren – insbesondere da Klose mehr auf eine eingespielte Stammelf denn auf ausschweifende Rotation setzt. „Wir werden jeden Spieler brauchen“, erklärte der 47-Jährige auf der Pressekonferenz und führte fort: „Ich möchte von jedem Spieler, dass er genau auf diese Chance lauert. Wir können ganz viele Erkenntnisse gewinnen. Vielleicht überrascht uns der eine oder andere Spieler – und davon gehe ich aus.“

Ein heißer Kandidat für die Startelf ist Tom Baack – vor allem, wenn neben dem gesperrten Markhiev auch der erkrankte Becker passen muss. „Tom schnuppert schon seit Längerem an der ersten Elf. Im Trainerteam haben wir ein richtig gutes Gefühl mit ihm.“

Trotz aller „Turbulenzen“, welche die Trainingswoche des 1. FC Nürnberg angesichts der vielen Erkrankten beeinflusst haben, „glaube ich an meine Mannschaft und daran, dass wir erfolgreich sein können“, betonte Klose. Man wolle sich vor der Winterpause „vernünftig von den Fans verabschieden“.

Die Aufgabe hat es allerdings in sich: Mit Hannover 96 gastiert der Tabellenfünfte im Max-Morlock-Stadion. Christian Titz, der im Vorjahr noch den 1. FC Magdeburg trainiert hat und im Sommer nach Niedersachsen gewechselt war, hat nach Ansicht seines Nürnberger Pendants „vom Personal her Qualität dazugewonnen“. Laut Klose spielt Hannover „sehr souverän“ und ist „auf jeder Position gut besetzt, kann aber auch gut nachlegen“. Gegen die zweitbeste Offensive der Liga muss der Club „viel wegverteidigen“, ist sich aber auch bewusst: „Wie in jedem Spiel werden wir unsere Chancen bekommen. Und diese müssen wir dann auch gnadenlos nutzen.“