
Der Europa-Park Rust zählt zu den größten Freizeitparks Europas, jährlich zählt er etwa 6 Millionen Besucherinnen und Besucher. Doch aktuell kursieren schwere Vorwürfe rund um den Freizeitpark, genauer genommen richten sie sich gegen einen Hundetrainer, der gemeinsam mit seinen Tieren in einem Winterzirkus, der aktuell im Europa-Park gastiert, auftreten sollte.
Die Tierrechtsorganisation PETA machte auf den Fall aufmerksam. Drei der Organisation zugespielten und heimlich gedrehten Videos sollen zeigen, wie der Hundetrainer die Tiere quält. Das Video sei anonym versendet worden, die Aufnahmen sollen aus dem Backstage-Bereich stammen, schreibt die Tagesschau in einem Beitrag.
Hundetrainer wird Tierquälerei vorgeworfen - Video zeigt aggressives Verhalten
Wie PETA in einer Meldung schreibt, dokumentiere das Video „offensichtliches Tierleid“. In einem Video, das auf dem PETA-Instagram-Account veröffentlicht wurde, ist zu erkennen, wie ein Mann einen Hund mit einer Art Seil auf die Pfoten schlägt. Auch ist zu erkennen, wie er mit einer geballten Faust vor den Hunden herumfuchtelt. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation würden die Hunde mit angelegten Ohren reagieren und sich schutzsuchend ducken. Auch sollen sie versuchen, aus dem Zelt zu rennen.
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Der Hinweisgeber habe der PETA zudem berichtet, es sei mehrfach gesehen worden, wie der Dompteur den Hunden die Ohren und die Tiere an Körperteilen in die Luft gezogen haben soll. „Die Aufnahmen belegen einmal mehr, dass Tierdressuren – auch mit sogenannten domestizierten Tieren – grundsätzlich auf Gewalt und Angst basieren“, schreibt die Tierschutzorganisation in ihrer Meldung. In dem Bericht der Tagesschau wird darauf aufmerksam gemacht, dass der SWR die Aufnahmen nicht unabhängig prüfen könne,
Wie PETA behauptet, soll es sich bei dem Hundetrainer um Wolfgang L. handeln. In Vergangenheit soll der Dompteur von der Zirkus-Branche den Ehrenpreis für gute Tierhaltung erhalten haben.
Show aus dem Programm gestrichen
In der Meldung heißt es weiter, PETA habe das zuständige Veterinäramt im Ortenaukreis informiert und die sofortige Wegnahme der Hunde gefordert.
Wie die Tagesschau schreibt, habe der Europa-Park nach Angaben des Ortenauer Landratsamtes selbstständig das Veterinäramt eingeschaltet. "Was man auf den Videos sieht, ist ein Umgang, der ganz klar mit Zwang und Strafe agiert. Und das ist gar nicht mehr zeitgemäß", zitierte die Tagesschau Martin Straube vom Veterinäramt am Ortenauer Landratsamt. Bei einer Kontrolle vor Ort seien aber dennoch keine Verstöße aufgedeckt worden.
Der Europa-Park reagierte auf den Vorfall und nahm die Vorstellung mit den Hunden aus dem Programm. „Der Umgang mit den Tieren macht uns sehr betroffen und steht im klaren Widerspruch zu den Werten des Europa-Park. Wir haben direkt nach dem Bekanntwerden, bereits vor dem Hinweis durch eine Tierschutzorganisation, entschieden, die betreffende Darbietung eines externen Zirkuskünstlers umgehend aus dem Programm zu nehmen", wird ein Unternehmenssprecher in einem Beitrag von Focus zitiert. In Zukunft wolle man im Zirkus verstärkt auf Auftritte im Bereich Artistik, Tanz und Comedy setzen.
Das Veterinäramt und PETA sollen Anzeigen erstattet haben. Ob die Hunde dem Trainer weggenommen werden, sei noch nicht klar.
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