Salzburger Land - Die Alpen verlieren ein Stück Wintersporttradition. Der Grund ist so simpel wie dramatisch: Naturschnee wird immer seltener, ohne künstliche Beschneiung ist der Winterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich.

Eigentlich locken hier knapp 12 Kilometer an Abfahrten auf „Naturschneepisten“ und „imposante Skitouren-Routen“, verspricht ein traditionsreiches Ski-Gebiet in den Alpen vollmundig. Aber genau da liegt das Problem: Weil man gänzlich auf Kunstschnee verzichtet und Naturschnee in Zeiten des Klimawandels zunehmend zur Mangelware verkommt, ist jetzt erstmal Schluss. Mindestens drei Jahre bleiben die Lifte stehen.

Die Rede ist vom Skigebiet Bad Gastein am Graukogel im Salzburger Land. Der Namensgebende Berg ragt immerhin knapp 2500 Meter über den Meeresspiegel. Doch der Betrieb des örtlichen Skigebiets ist in den letzten Jahren schlicht nicht mehr wirtschaftlich. Tief in den roten Zahlen steckte man zuletzt, mehrere hunderttausend Euro pro Saison machte man minus, immer weniger Menschen fanden den Weg auf die Pisten.

Einst war der Bad Gastein ein stolzer Skiort mit Tradition: 1958 fanden am Graukogel gar die Alpinen Skiweltmeisterschaften statt, die der Österreicher Toni Sailer für sich entscheiden konnte. Das erste dokumentierte Skirennen fand am Hang gar bereits 1908 statt. Aber: Jetzt ist es wohl genau diese Traditionsverbundenheit, die zur Skipause führt. Denn am Graukogel gibt es bis heute keine Beschneiungsanlagen für Kunstschnee. Diese wären in dem traditionsreichen, aber kleinen Skigebiet im Salzburger Land wirtschaftlich nicht rentabel. Nur zwei Sessel- und einen Schlepplift führen den Berg hinauf, der zudem ein Westhang ist und damit von der Abendsonne bestrahlt wird.

Mit seinem Schneeproblem ist Bad Gastein freilich nicht alleine. Vielen kleineren Skigebieten in den Alpen droht ein ähnliches Schicksal. Am Graukogel fahren die Lifte immerhin noch in dieser Saison, danach stehen sie im Winter bis mindestens 2029 still, wie der Aufsichtsrat des Betreibers der Bergbahnen jetzt entschieden hat. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss, erst 2029 soll die Entscheidung fallen, ob die Lifte im Traditionsreichen Skigebiet auch im Winter wieder anlaufen werden, sagte Bergbahnen-Vorstandsvorsitzender Andreas Innerhofer. Denn: Im Sommer geht der Betrieb auch jetzt schon weiter.