Französische Alpen/ La Plagne - Ein Urlaub an Pisten, eingebettet im Gebirge, Eisklettern wie im Gletscher - und eine Schlittenfahrt mit nordischen Hunden, als wäre man in Alaska. In "La Plagne" in den französischen Alpen erleben Sie winterliche Abenteuer.

Einen Schritt aus der Tür hinaus, die Skier in den Schnee fallen lassen - "klick" und rein in die Bindung. Auf gut 2000 Metern Höhe startet die Abfahrt direkt vom Hotel Carlina in Belle Plagne, bis ich zwei Gondelfahrten später eine Panoramaaussicht auf 3000 Metern Höhe auf den höchsten aller europäischen Gipfel, den Mont Blanc, genieße. Ein Winterurlaub in La Plagne in den Savoyer Alpen bedeutet nicht, ins Skigebiet zu gehen, sondern im Skigebiet zu wohnen.

Ein Skigebiet: die Skidörfer von La Plagne

Die großen breiten Pisten des Skigebiets "Paradiski" erstrecken sich nicht nur einen Hang hinunter, vielmehr liegen sie breitflächig eingebettet unter den Berggipfeln und dem Gletscher von Bellecôte bis Les Verdons - und das auf beiden Seiten der Berge. Teilweise verlaufen die Pisten wie Straßen durch die Skidörfer Belle Plagne, Plagne Bellecote oder Plagne Soleil, sodass die Pisten direkt vor der Haustür liegen. In Belle Plagne steht das Hotel Carlina. Dort genieße ich von Früh bis Abends den Blick auf die Savoyer Alpen. Sei es aus den Fenstern während des Frühstückbuffets, dem von französischem Käse bis zu Croissants und Waffeln nichts fehlt, oder der Blick aus dem Whirlpool nach einem langen Skitag im Spa-Bereich des Hotels.

Die Pisten von "Paradiski": Action und Geheimtipps für eine gemütliche Rast

Die über 400 Pistenkilometer bieten reichlich Abwechslung. Weite blaue Pisten lassen auch etwas unsichere Skifahrer gemächlich fahren und den Panoramablick genießen. Für geübte Fahrer erstrecken sich ausgebaute rote und schwarze Pisten über die Hänge des Bergmassivs. Wem auch das noch nicht reicht, sucht sich abenteuerliche, gut befahrbare Tiefschneestücke zwischen den Pisten oder stellt sein Können im Snowpark "Riders Nation" auf die Probe. Gekennzeichnete Schwierigkeitsstufen von XS bis XL führen zu Schanzen für meterhohe Sprünge.

Um zwischen den Stunden im Schnee Kraft zu tanken, passt eine Mittagspause in dem kleinen "Chalet du Plan Bois" perfekt in den Tag. An den Hängen von La Plagne Montchavin liegt dieser echte Geheimtipp - die gemütliche Hütte von Isabelle Gentil. Dort solle man „genießen und die Zeit kurz vergessen", wie sie sagt. Typisch im Savoyer Stil eingerichtet, mit Zutaten aus der Umgebung und traditionellen Gerichten, lasse ich mich verwöhnen und wärme mich am Kaminfeuer in der Stube auf.

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"Le Chalet du Plan Bois" ist ein Ort der Ruhe und des Genusses. © Lara Feser

Hundeschlittenfahren auf dem Plateau Dou du Praz - von Alaska- und Eskimo-Hunden gezogen

Mit den Skiern erreiche ich über einen Tellerlift das Plateau Dou du Praz. Dort sitzen Huskys, Alaskische Malamutes, Eskimo-Hunde in kleinen Mulden im Schnee und warten auf eine Schlittenfahrt mit mir. Bei ihrem Hundetrainer Mathias Bernal hören die Vierbeiner aufs Wort. Ich setze mich in einen tiefen Schlitten, der Trainer, auch Musher genannt, stellt sich auf die hinten überstehenden Kufen, um dem Leithund Anweisungen zu geben. Dieser ist an der Spitze der sieben Hunden im Gespann, er muss am besten hören und gibt das Tempo vor.

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Leithund "Uno" ruht sich nach der Schlittenfahrt aus und lässt sich mit Streicheleinheiten verwöhnen. © Lara Feser

Während der 30-minütigen Schlittenfahrt mit den Hunden bin ich von Berggipfeln in strahlend hellem Weiß umgeben. Der Schnee neben dem Schlitten glitzert im Sonnenlicht - und ich schaue auf den Mont Blanc und die umliegenden Berge Pierra Menta und Mont Saint Jacques. Die Hunde hecheln vorne weg. Mal geht es etwas langsamer bergauf und etwas schneller bergab. Nach der Fahrt kann ich meine flauschigen Gefährten kennenlernen und mit Streicheleinheiten verwöhnen.

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La Plagne Frankreich © gute reise Infografik/VNP

Mit Steigeisen und Pickel eine frostige Wand hinauf: Eisklettern in Champagny le Haut

Ein Tal weiter von La Plagne, liegt Champagny le Haut. In den Wintermonaten wird es dort richtig eisig, die Sonne erreicht das Tal wegen der umliegenden Berge kaum. Der Ort ist das Tor des Nationalparks Vanoise und wird auch Klein Kanada genannt. Im Zentrum des Dorfs: Ein etwa 20 Meter hoher Kletter-Turm aus Eis - ein Konstrukt aus Stahl und Holz, das mit Wasser besprüht wird, das dann gefriert.

Bevor es mit Pickel und Steigeisen die gefrorene Wand hinaufgeht, sichert Kletter-Guide Damien mich ab und erklärt die Technik. Auch als blutiger Anfänger ist es mit Damiens Hilfe kein Problem, mit dem ungewohnten Equipment umzugehen. Durch einen festen Kick mit der Spitze meines Fußes verschaffe ich mir Halt im Eis.

Die zwei Eispickel in meinen Händen versuche ich geschickt aus dem Handgelenk zu schwingen, ähnlich wie einen Hammer, um möglichst kraftsparend ins Eis zu hauen. Anschließend ziehe ich mich an dem Pickel hoch. Stück für Stück bahne ich mir so meinen Weg den Turm hinauf. Oben angekommen, genieße ich triumphierend den Blick über das spannende Tal zwischen den schneebedeckten Berghängen in diesem für uns doch recht exotischen Skigebiet.


Mehr Informationen:

Da La Plagne auf etwa 2000 Metern Höhe liegt, ist die gesamte Wintersaison von Dezember bis April schneesicher. Wer allerdings auch abseits der Pisten und an den Südhängen Schnee möchte, sollte den Urlaub lieber im Januar und Februar planen.
en.la-plagne.com

Anreise: Ab Nürnberg ist sie lediglich mit dem Auto empfehlenswert und dauert neuen Stunden über Bern und Genf.

Redaktioneller Hinweis: Die Recherche für manche Artikel in dieser Ausgabe wurde von Reiseveranstaltern, Hotels, Fluglinien oder Tourismusverbänden unterstützt.


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