
Seit Frühjahr 2015 röstet Bergbrand in der Weißgerbergasse in Nürnberg seine Kaffeebohnen. Doch das soll sich schon bald ändern: Die hauseigene Rösterei zieht nach Wetzendorf um. Angekündigt hatte das Unternehmen dies bereits im Mai. Nun bestätigt Geschäftsführer und Bergbrand-Gründer Jörg Scheuffler auf Nachfrage unserer Redaktion: Möglicherweise könnte dies noch vor Weihnachten der Fall sein, spätestens aber im Januar 2026.
Am neuen Standort gehe es gut voran, so Scheuffler im Gespräch mit nordbayern.de. Im Februar haben dort die Bauarbeiten begonnen, nachdem das Unternehmen lange nach einem geeigneten Standort gesucht hatte. Eigentlich hatte Scheuffler eine Immobilie mieten wollen, doch daraus wurde nichts. Mithilfe der Stadt Nürnberg hatte er schließlich das gut 1000 Quadratmeter große Grundstück in der nordwestlichen Außenstadt Nürnbergs gefunden. Die Fassade in der Hinteren Dorfäckerstraße 10 steht inzwischen, derzeit läuft der Innenausbau, bevor dann zwei Rösttrommeln aufgestellt und anschließend in Betrieb genommen werden können.
Doch wieso überhaupt der Umzug? In den vergangenen Jahren wurden laut Scheuffler immer mehr Kunden und Kundinnen - darunter Gastronomen und Firmen - auf die Kaffeerösterei Bergbrand aufmerksam. Die Folge: „Wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht“ - der Grund für die Expansion.
Dem 55-Jährigen zufolge können sie in der kleinen Rösterei im Nürnberger Zentrum gut 100 bis 150 Kilogramm Kaffeebohnen pro Tag rösten. Am neuen Standort sollen es rund fünfmal so viel sein. Besucherinnen und Besucher, die bis dato Gäste im Bergbrand in der Altstadt waren, dürfen aufatmen: Das Café in der Weißgerbergasse bleibt weiterhin geöffnet. Und auch Kaffee wird dort erstmal noch weiter geröstet. So müssen Kundinnen und Kunden auch in Zukunft nicht nach Wetzendorf, um ihre Bohnen zu kaufen - können dies aber natürlich tun. Schneller Kaffee geht aber auch in Wetzendorf in einem sogenannten „Verkostungsraum“.
In Wetzendorf hingegen soll es neben der Rösterei auch ein Schulungsraum eingerichtet werden, in dem nicht nur Mitarbeitende das nötige Handwerk erlernen, sondern auch Gäste beispielsweise Barista-Kurse belegen können. Einst fing auch Scheuffler ähnlich an. Im Jahr 1993 verbrachte er einige Zeit in Florenz. „Dort habe ich einem Röster über die Schulter geguckt und gedacht, dass das ja nicht so schwer sein kann“, erinnert er sich. Wie komplex der Prozess allerdings wirklich ist, merkte er später. „Meine ersten Kaffees hätten Sie nicht trinken wollen“, sagt Scheuffler. Heute bearbeitet die Bergbrand Kaffeerösterei ausschließlich Specialty Coffee. Bedeutet: Die Nürnberger Rösterei nutzt nur Rohkaffee, der bei professionellen Kaffeeverkostungen mehr als 80 von 100 Punkten erzielt.
Dieser Kaffee unterscheidet sich laut Scheuffler deutlich von Kaffee, den es beispielsweise im Discounter zu kaufen gibt. Ihm nach handelt es sich bei solchem nicht um handwerklich gerösteten Kaffee. Stattdessen würde dieser schnell, Scheuffler spricht von etwa zwei Minuten, und sehr heiß - gut 400 Grad Celsius - geröstet und anschließend mit Wasser gekühlt werden. Specialty Coffee hingegen habe eine Röstzeit von zwölf bis 17 Minuten, erklärt Scheuffler. Außerdem würde dieser an der Luft gekühlt. So ist es in Wetzendorf als auch in der Weißgerbergasse der Fall - auch dort überlegt Scheuffler in Zukunft Schulungen anzubieten und so sein Wissen sowie das seiner Mitarbeitenden weiterzugeben.
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