Erding - Sie sollten gemeinsam für den Verteidigungsfall trainieren - stattdessen beschoss die Polizei einen Soldaten. Die Rede ist von einer „Fehlinterpretation“ - und einer Kommunikationspanne.

Nach dem Schuss der bayerischen Polizei auf einen Soldaten bei einer Übung gehen die Beamten von einer „Kommunikationspanne“ als Ursache aus. „Wir wussten nicht, dass zu diesem Zeitpunkt dort geübt wird“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Bei der Übung gestern war die Polizei in Erding auch nicht involviert.“

Über die großangelegte, für mehrere Tage in verschiedenen Regionen geplante gemeinsame Übung „Marshal Power“ habe man zwar Bescheid gewusst, sagte der Polizeisprecher. Allerdings sei nicht bekannt gewesen, dass deswegen am Mittwoch in Erding bewaffnete Kräfte unterwegs sein könnten. Jetzt werde „intensiv geprüft“, wo es zu einer „Kommunikationspanne“ gekommen sein könnte.

Im Südosten Erdings war am Mittwoch ein Großaufgebot der Polizei angerückt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, bestätigt das Präsidium in Ingolstadt, dass sich zahlreiche Einsatzkräfte sowie ein Hubschrauber vor Ort befinden. Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) bestätigt die Behörde den Zusammenhang zu einer Militärübung. In den kommenden Tagen findet im Süden und Osten Bayerns die Bundeswehr-Übung „Marshal Power“ statt.

Das Besondere: Die etwa 500 Soldaten der Feldjäger und die rund 300 zivilen Einsatzkräfte üben nicht auf abgezäunten Truppenübungsplätzen, sondern in der Öffentlichkeit. Die Übung war nach Angaben der Bundeswehr mit den Kommunen und Behörden abgestimmt.

Wie gut - oder schlecht - die Abstimmung am Ende tatsächlich war, könnte noch zu Diskussionen führen.

Anwohner riefen Notruf: Polizei schießt auf Soldat

Nach Informationen der Bild hatten Anwohner den Notruf gewählt, nachdem sie vermummte Personen mit Gewehren beobachtet hatten. Daraufhin soll die Landespolizei einen Großalarm ausgelöst haben. Wegen einer „Fehlinterpretation“ vor Ort sei dann auf den Soldaten geschossen worden. „Wie sich im Nachgang herausstellte, handelte es sich bei dem mitgeteilten Waffenträger um einen Bundeswehrangehörigen, der im Rahmen einer Übung vor Ort war“, hieß es in einer Mitteilung gegenüber der dpa.

Laut dem Bild-Bericht sollen die übenden Feldjäger geglaubt haben, dass die Beamten zur Übung gehören. Deswegen schoss man mit Übungsmunition. Die Einsatzkräfte erwiderten das Feuer und schossen scharf zurück, wodurch ein Bundeswehrsoldat verletzt wurde. Wie die „dpa“ am Donnerstagmorgen vermeldet ging der Zwischenfall glimpflich aus, der Soldat wurde den Angaben zufolge nur leicht verletzt und konnte nach einer kurzen Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Nach Informationen des Portals sollen auch Kräfte der Polizei in die Übung involviert gewesen sein. Warum die Landespolizei in Erding offenbar nichts davon wusste, ist aktuell unklar.

Eigentlich sollte die Übung an mehreren Standorten in Bayern noch bis zum 29. Oktober dauern. Offiziell lautet die Sprachregelung: Die Bundeswehr stehe in engem Austausch mit den verantwortlichen Ermittlungsbehörden vor Ort, um die Sache schnellstmöglich aufzuklären.


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