
„Die vergangenen Tage waren ziemlich überwältigend. Ich bin sicher, vielen von euch geht es genauso“, schreibt Anika Nilles unter einem Post auf ihrem Instagramprofil Mitte Oktober 2025. „Ich möchte mir einen Moment Zeit nehmen, um Geddy und Alex aufrichtig für ihr Vertrauen und die Aufnahme meiner neuen, unglaublichen Reise mit Rush zu danken“, formuliert sie weitere Zeilen. Ihr ist geglückt, wovon viele träumen - auf der Bühne mit echten Legenden des Rock zu stehen. Doch tritt sie auch ein großes Erbe an: Rush traten 1968 auf den Plan und bauten bis zu ihrem Aus 2018 große Songs und fast schon Hymnen - wie „Tom Sawyer“ oder „2112“. Rush gelten als die einflussreichste Band Kanadas, ihr letztes Konzert hatte die Kombo 2015 gegeben. In Europa war das legendäre Progressive-Rock-Trio zuletzt 2013 aufgetreten.
Nilles ist unter anderem dafür bekannt, mit dem Ausnahmegitarristen Jeff Beck gespielt zu haben - jetzt übernimmt sie das Schlagzeug von Neil Peart, der 2020 dem Kampf gegen einen Hirntumor erlag. Unterstützung erhält die Unterfränkin auch von Pearts Witwe Carrie Nuttall-Peart und Tochter Olivia, die in einem gemeinsamen Statement ihren Segen gaben, wie CBS im vergangenen Herbst berichtete.
„Wir freuen uns, die ‚Fifty Something‘-Tour zu unterstützen, die eine Band feiert, deren Musik Fans seit Generationen bewegt, inspiriert, und Neils außergewöhnliches Vermächtnis als Schlagzeuger und Songschreiber ehrt“, äußern sie in dem Statement, das auch das Magazin Metal Hammer teilte. „Neils musikalisches Können war einzigartig. Als Drummer und Schreiber war er unersetzlich. Unnachahmbar in seiner Kunst und unangefochten in der Tiefe und Vorstellungskraft, die er in Lyrics gesteckt hat, die so viele bewegt und inspiriert haben. Er hat die Verbindung zwischen seinen Fans und der Band maßgeblich beeinflusst und gab ihrem Leben eine neue Stimme und Bedeutung. Das neue Kapitel, das die Band nun aufschlägt, verspricht wahrlich unvergesslich zu werden. Wir freuen uns darauf zu sehen, wie sich diese neue Vision entfaltet und diese legendäre Musik aufs Neue live gespielt zu hören“, so die Familie des toten Rush-Schlagzeugers.
Rush geht nach zehn Jahren Pause wieder auf Tour - doch nicht in Europa
Am Montag, 6. Oktober, kündigten die Progrock-Giganten Geddy Lee und Alex Lifeson an, 2026 wieder zu touren. Seit dem Tod ihres Schlagzeugers und Texters Neil Peart haben die beiden inzwischen 72-Jährigen kein Konzert mehr gegeben. Auf die große Ankündigung folgt eine weitere große Überraschung: Die Schlagzeugerin Anika Nilles aus Aschaffenburg übernimmt Pearts Arbeit an den Drums, wenn Rush nächstes Jahr in den USA, Mexiko und Kanada spielen. „Es ist nicht nur eine Tour für uns, es soll eine Feier werden“, sagte Geddy Lee der Deutschen Presse-Agentur Mitte Februar 2026. „Wir feiern Neil. Wir feiern all diese Songs, die wir in über 50 Jahren geschrieben haben. Es wird wirklich ein Jubiläumsfest und ein Rückblick auf unser musikalisches Leben. Wir machen es so fröhlich wie möglich.“
Anika Nilles wurde vor 42 Jahren in Aschaffenburg geboren, heute lebt sie in Mannheim. Das Schlagzeugspielen liegt in der Familie: Auch ihr Vater war Drummer. Anika Nilles spielt seit ihrem fünften Lebensjahr. Ihre Ausbildung an der Popakademie Baden-Württemberg schloss sie mit Bestnoten ab und erhielt seither viele Auszeichnungen. Seit 2021 leitet sie die Schlagzeug-Abteilung der Popakademie. Bekannt wurde sie in den frühen 2010ern auf YouTube. Mit ihrer Band Nevell hat sie inzwischen vier Alben und diverse Singles veröffentlicht. 2022 holte sie Ausnahmegitarrist Jeff Beck in seine Tour-Band, bis zu seinem Tod spielte sie mehr als 60 Konzerte mit ihm, so der BR.
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Anfang Oktober 2025 teilte die Band auf ihrem Instagramaccount ein Ankündigungsvideo zur Tour - Teil davon ist natürlich auch die Frage: „Wie ersetzt man jemanden, der unersetzlich ist?“ Bassist, Keyboarder und Sänger Geddy Lee und Gitarrist Alex Lifeson huldigen darin ihrem verstorbenen Bandkollegen und gucken gleichzeitig freudig in die Zukunft: Sie freuen sich auf das Spiel der „beeindruckenden“ und „kraftvollen“ Anika Nilles. „Als wir sie spielen hörten, hat uns das eine Verantwortung auferlegt - unsere Songs wieder zum Leben zu erwecken“.
Rush gastieren für fünf Konzerte in Deutschland
Rush gelten als eine der einflussreichsten Rockbands der Musikgeschichte. Kollegen wie Metallica oder die Foo Fighters, die Filmstars Jack Black und Paul Rudd, US-Talker Stephen Colbert und auch „South Park“-Schöpfer Matt Stone sind erklärte Rush-Fans. Der Vorverkauf für die Deutschland-Konzerte beginnt am Freitag. Wie das Fachmagazin Metal Hammer berichtet, geben Rush dieses Jahr insgesamt 58 Gastspiele in 24 Städten in Nord- und Mittelamerika. In Deutschland sind die Musiker 2027 immerhin fünf Mal live zu erleben. Die Gruppe, bei denen live auch Keyboarder Loren Gold (The Who, Roger Daltrey) dabei sein wird, lädt Ende Februar und Anfang März 2027 in Berlin, München, Köln, Hamburg und Stuttgart zur Klangreise. Die Liveshows in Deutschland zählen zu insgesamt 22 Terminen, die die Band nächstes Jahr durch 13 Länder in Südamerika, Großbritannien sowie überhaupt Europa führen wird.
Die konkreten Termine für 2027 sind:
- 21.02. Berlin, Uber Arena
- 25.02. München, Olympiahalle
- 28.02. Köln, LANXESS Arena
- 02.03. Hamburg, Barclays Arena
- 04.03. Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle
Mit Material der dpa ergänzt.
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In einer früheren Textversion bezeichneten wir Lauren Gold fälschlicherweise als Keyboarderin. Den Fehler haben wir nachträglich korrigiert.