
Sicherheitspannen sind für Dienstleister ärgerlich. Wenn sich der Dienstleister aber um digitalen Zahlungsverkehr kümmert, dann sind Sicherheitspannen höchst bedenklich. Kürzlich passierte vergleichbares bei Paypal. Sicherheitssysteme fielen aus, Paypal reichte ungeprüfte Lastschriften bei Banken ein und diese blockierten die Zahlungen dann, um Betrug zu verhindern. Die Folge: Etliche Zahlungen wurden eingefroren. Das Vertrauen der Nutzenden in den Dienstleister Paypal erfuhr mindestens einen herben Dämpfer.
Nun bekommt Paypal mit dem neuen Zahlungsdienstleister Wero direkte Konkurrenz aus Europa in Sachen Echtzeit-Zahlung. Der von einem europäischen Bankenverbund gestartete Bezahldienst soll noch in diesem Herbst für Online-Shopping genutzt werden können. Das kündigt der bayerische Sparkassenverband (SVB) in München an. Ab 2026 oder 2027 werden die Kunden dann voraussichtlich auch im stationären Handel mit Wero bezahlen können, sagte SVB-Vizepräsident Stefan Proßer in München gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Das Hin- und Herschicken von Geld zwischen Menschen über Wero ist schon jetzt möglich.
Das Besondere an Wero ist, dass es nicht nur als eigenständige App nutzbar ist, sondern sich auch in das Online-Banking teilnehmender Banken integrieren lässt. Experten betonen, durch die Nutzung der Bank-Infrastruktur seien die Nutzenden nicht von Datenschutzverkehrungen Dritter abhängig.
Zahlungsdienstleister Wero: Sparkasse wirbt mit Sicherheitsversprechen
Wero bietet nach dem Muster des US-Konkurrenten Paypal direkte mobile Geldzahlungen von Mensch zu Mensch an. Der Bezahldienst ist eine Schöpfung der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss mehrerer großer europäischer Banken und Bankengruppen. In Deutschland beteiligt sind neben den Sparkassen unter anderem noch die Volksbanken, Deutsche Bank und Postbank. Auf ihrer Webseite wirbt die Sparkasse für Wero mit den Worten: „Absurd schnell Geld senden oder online bezahlen“. Als Vorteil betont die Bank, die Geldsendungen seien besonders sicher, weil keine Drittanbieter-Apps oder andere Plattformen beteiligt seien. Alles sei „made in Europe“. Der Zahlungsverkehr laufe direkt über die Sparkassen App.
Aber es gibt ein Problem, denn Wero ist im Vergleich zu Paypal noch weitestgehend unbekannt. Laut einer Umfrage des Portals Verivox aus dem August hatte bis dahin die große Mehrheit der gut 1000 Befragten noch nicht von Wero gehört. „Zur echten Paypal-Alternative kann Wero nur dann heranwachsen, wenn das Bezahlverfahren in Online-Shops möglichst flächendeckend angeboten wird“, kommentierte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH gegenüber der dpa.
