
Der 4. September 2025 ist der Tag der sexuellen Gesundheit. Aus diesem Anlass steht beim Gesundheitsamt Nürnberg das Thema der sexuell übertragbaren Krankheiten im Fokus, berichtet die Stadt Nürnberg in einer Pressemeldung.
"Nürnberg ist bunt und vielfältig – das spiegelt sich auch in den Bedürfnissen und Herausforderungen rund um sexuelle Gesundheit wider", erklärt Klaus Friedrich, medizinisch-fachlicher Leiter des Gesundheitsamts.
Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit und Verantwortung des Einzelnen für das Thema zu gewinnen. Mit dem Angebot wolle man aufklären, Barrieren abbauen und Menschen ermutigen, Verantwortung für ihre sexuelle Gesundheit zu übernehmen, so der Leiter.
Die richtige Anlaufstelle des Gesundheitsamtes für alles, was mit dem Thema der sexuellen Gesundheit zu tun hat, befindet sich in Nürnberg in der Burgstraße 4.
Tests und Gespräche sollen gegen Vorurteile und Scham vorgehen
"Wer sich kümmert, lebt gesünder und zufriedener", davon ist Michael Ecker, Leiter der Beratungsstelle, überzeugt. Daher werden dort immer dienstags und donnerstags im Rahmen einer offenen Sprechstunde anonyme, vertrauliche und kostenfreie Beratungen und Testmöglichkeiten angeboten.
Das Angebot soll helfen, gegen Vorurteile vorzugehen, Scham abzubauen und zudem Menschen in ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu stärken.
Mehr Fälle von Syphilis in Bayern - Impfungen können vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen
Ebenso wichtig sei es aber, mögliche Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten, wie Chlamydien, HIV oder Hepatitis B, zu reduzieren, heißt es in der Pressemeldung weiter.
Tatsächlich sei die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Bayern im Jahr 2024 gesunken, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Im Jahr 2023 waren es noch 645 Diagnosen, im Jahr 2024 nur 586. Das sei aber kein Grund zur Entwarnung, denn zwischen einer HIV-Infektion und der Diagnose können teilweise einige Monate bis Jahre vergehen.
Gleichzeitig ist zudem die Zahl der Syphilis-Fälle in Bayern gestiegen. Waren es im Jahr 2022 noch 1387 Fälle und im Jahr 2023 1455 Fälle, so ist diese Zahl im vergangenen Jahr auf 1512 gestiegen. Wird eine solche Infektion nicht behandelt, kann sie schwere Organschäden verursachen und das Gehirn angreifen.
Auch die Anzahl der Hepatitis-B-Fälle sei von 4366 auf 4025 gesunken, doch 2022 war diese Zahl noch deutlich niedriger, damals waren es 2950 Fälle. Unter anderem gegen Hepatitis-B und HPV kann man sich impfen lassen. Laut der dpa hätten vor allem junge Erwachsene aber oft keinen Überblick darüber, welche Impfungen sie als Kind bekommen haben. Daher sei es wichtig, den eigenen Impfstatus zu prüfen.