
Wein, leckeres Essen und atemberaubende Aussichten - das erhoffen sich viele von ihrem Italien-Urlaub. Bekanntlich unterscheiden sich aber Erwartungen oft von der Realität.
Immer öfter kommt es nämlich vor, dass sich Einheimische in Touristengegenden über das Fehlverhalten von Urlaubern beschweren, ein markantes Beispiel dafür ist unter anderem Mallorca, von Deutschen inoffiziell als 17. Bundesland ernannt.
Doch auch in Italien, konkret in der Region Venetien, lässt das Verhalten einiger Touristen offenbar zu wünschen übrig. Die Regierung reagiert auf die Exzesse und möchte nun harte Konsequenzen einführen.
Fehlverhalten im Italienurlaub
Die Problematik wird in der italienischen Zeitung Corriere della Sera beschrieben. Demnach soll ein besonders markantes Beispiel sich im Zentrum der Gemeinde Cortina d'Ampezzo ereignet haben. Dort sollen sich Touristen vor ihrem Wohnmobil gewaschen und umgezogen haben.
Doch dabei bleibt es nicht. Die Zeitung berichtet von weiteren Vorfälle. So sollen sich in Padua mehrere Personen in Unterwäsche neben antiken Statuen gesonnt haben, in einigen Gemeinden sollen Touristen mit "Tangas oder mit nackten Oberkörpern" durch die Stadt geschlendert und in Läden gegangen sein. In einer Berghütte sollen Gäste teilweise schmutzige Windeln auf Tellern zurückgelassen haben, wird ein Betreiber von der italienischen Zeitung zitiert. Im Zentrum von Cortina sollen mehrere Touristen ihre Kleidung neben ihrem Wohnmobil auf das Olympiadenkmal von 1956 gehängt haben.
Darauf reagiert nun der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia. Er möchte ein "Daspo", so gesehen ein Zutrittsverbot, für "unhöfliche Touristen" einführen. "Daspo" ist ein italienisches Wort, eigentlich bezeichnet es so viel wie ein Zutrittsverbot bei Sportveranstaltungen.
So eine Konsequenz wurde bereits in Venedig umgesetzt, dort werden Menschen bestraft, die mit nacktem Oberkörper herumlaufen oder, wie die italienische Zeitung schreibt, den Canal Grande für ein Schwimmbecken halten.
Alles hat seine Grenzen
"Venetien ist eine Tourismusregion, die Rekorde bricht", erklärte Zaia. Die Region solle aber nicht zu einer Brutstätte für "vulgären Tourismus" werden.
"Alles hat seine Grenzen", so Zaia weiter. Man heiße die Menschen willkommen, die sich respektvoll verhalten würden. Menschen, die "Chaos und Verfall" hinter sich lassen, werden nicht toleriert.
Doch diese Ein- oder Zutrittsverbote ernten teilweise auch Kritik. Andrea Colasio, der Tourismusrat von Padua, spricht sich stattdessen für Strafverfahren und Geldbußen im Falle von Fehlverhalten aus. Seiner Meinung nach stehe das Mittel nicht im Verhältnis zum Problem.