
Deutsche Städte und Gemeinden verzeichnen wieder steigende Besucherzahlen. Doch wie hat sich die Tourismuslandschaft konkret entwickelt? Welche Orte sind besonders beliebt – und wo bleiben die Gäste am längsten? Das Vergleichsportal HolidayCheck hat hierzu Gemeinden und Städte miteinander verglichen und für das Jahr 2024 berechnet, wie viele Gäste auf die jeweilige Einwohnerzahl kommen.
Bei den analysierten Gemeinden mit über 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ergab die Untersuchung, dass in rund drei Viertel der untersuchten Orte das Verhältnis von Gästen pro Einwohner gestiegen ist.
An der Spitze der Liste steht Rust – wenig überraschend, denn die Gemeinde liegt direkt am Europa-Park. Auf rund 5.000 Einwohner kamen im Jahr 2024 über 990.000 Gäste. Das entspricht einer Gästedichte von 198,32.
Unter den deutschen Großstädten liegt Frankfurt am Main vorn: Auf 773.068 Einwohner kamen 2024 rund 6,3 Millionen Gäste – eine Touristendichte von 8,26. Die Besucher blieben durchschnittlich 1,74 Nächte in der Stadt. München empfing im selben Jahr etwa 9,2 Millionen Gäste und landet damit auf Platz 2.
In absoluten Zahlen belegt München den dritten Platz. Vor der bayerischen Landeshauptstadt liegen nur Hamburg mit 7,47 Millionen Gästen und Berlin mit 12,71 Millionen.
Bundesweit mehr Gäste
Nürnberg belegt im Vergleich Platz 271. In der Noris wurden laut HolidayCheck im Jahr 2024 insgesamt 2.094.714 Gäste gezählt. Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich daraus eine Gästedichte von 4. Im Vergleich zu 2022 ist die Dichte um 0,85 gestiegen – anders gesagt: Im Jahr 2022 besuchten 1.652.646 Gäste die Metropolregion, was im Jahr 2024 einem Zuwachs von 26,7 % entspricht.
Insgesamt entwickelt sich das Verhältnis von Gästen zu Einwohnern positiv: Im Vergleich zum Jahr 2022 haben alle Bundesländer im vergangenen Jahr mehr Besucher empfangen. Wer es lieber ruhig mag, sollte einen Urlaub im Saarland in Betracht ziehen – dort kommt auf jede Einwohnerin bzw. jeden Einwohner nur ein Gast pro Jahr.
Gäste blieben kürzer
Allerdings bleiben die Gäste vielerorts kürzer. In Bayern etwa sank die durchschnittliche Übernachtungsdauer um sechs Prozent – und damit am deutlichsten. Hier übernachteten Gäste im Schnitt 2,53 Nächte. Im Bundesvergleich liegt der Freistaat somit auf Platz sieben. Am längsten blieben Besucher in Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein: Dort lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4 Nächten. In allen sechzehn Bundesländer nahmen die durchschnittlichen Übernachtungen ab.
Die Entwicklung der Touristenzahlen hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von der allgemeinen Reiselust, aber auch von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einflüssen wie Nachhaltigkeit oder steigenden Preisen, erklärt HolidayCheck.
Die Auswertung basiert auf Daten der Regionaldatenbank Deutschland zu Gästeankünften. Berücksichtigt wurden dabei auch Schulungsheime sowie Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. Die gesamte Auswertung finden Sie hier!