Nürnberg - Das schwedische Modeunternehmen H&M schließt eine weitere Filiale in der Nürnberger Innenstadt. Betriebsrat und Gewerkschaft reagieren mit Unverständnis und kritisieren die Entscheidung scharf.

H&M bestätigt die geplante Schließung der Filiale in der Karolinenstraße 45. Ende Januar 2026 soll das Geschäft an dem prominenten Standort in der Innenstadt beendet werden. Von dem Filialen-Aus sind 58 Mitarbeitende betroffen. Zuerst berichtete NN.de über die Entscheidung.

Einen Standort zu schließen sei immer das letzte Mittel, doch im Fall der Filiale in der Karolinenstraße 45 hätten nun „wirtschaftliche Gründe“ zu dem Entschluss geführt, den Store zu schließen, hieß es von Unternehmensseite zu der Entscheidung.

Kritik und Unverständnis nach H&M-Schließung: „Das funktioniert nicht“

Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi reagierten mit Unverständnis und kritisierten die Entscheidung scharf. Trotz erreichter Ziele im vergangenen Jahr und Vorschlägen zu Neuausrichtung sei die Schließung nach der Eröffnung des Flagship-Stores in der Karolinenstraße 11 früh absehbar gewesen.

Das schwedische Unternehmen hatte zunächst im vergangenen Jahr Ende März die Filiale in der Breiten Gasse geschlossen. Im Mai desselben Jahres eröffnete H&M dann eine neue Filiale in der Karolienenstraße 11 – in den Räumen, in denen zuvor über Jahre der Einzelhändler „Humanic“ Schuhe verkaufte.

„Zwei nahezu identische Geschäfte in nächster Nähe: Das funktioniert nicht in Nürnberg“, sagte Gewerkschaftssekretärin Jaana Hampel von Verdi gegenüber NN.de. „Wir haben deshalb Vorschläge gemacht, einen Standort beispielsweise zu einem Herrenhaus zu entwickeln oder in ihm den Fokus auf Haushaltswaren zu legen.“ Von einer derartigen Ausdifferenzierung hielt das Unternehmen offensichtlich wenig. Der Vorwurf von Verdi: „Das war eine Management-Entscheidung.“

Sozialplanverhandlungen nach H&M-Schließung in Nürnberg

In einer Mitteilung über die eigenen Kanäle erklärte Verdi: „H&M beabsichtigt, den Standort in der Karolinenstraße 45 in Nürnberg zu schließen. Damit ist die Existenz von 58 Beschäftigten, überwiegend Frauen, akut in Gefahr. Viele der Kolleg:innen haben Familie und wissen nun nicht, wie ihre Zukunft weitergehen soll.“

H&M versicherte, die Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten „selbstverständlich sorgfältig zu prüfen“. Allerdings müsse dabei der „vorhandene Personalbedarf“ berücksichtigt werden. Verdi forderte H&M auf, in den anstehenden Sozialplanverhandlungen konkrete und faire Lösungen für die Betroffenen zu präsentieren.