
Am Dienstagmittag, dem 22. Juli 2025, kam es an der Playa de Palma auf Mallorca in der Nähe des bekannten Strandabschnitts Balneario 6, bei deutschen Urlaubern besser bekannt als Ballermann 6, zu einem Zwischenfall, der unter Urlaubern kurzzeitig für große Unruhe sorgte: Eine 85-jährige italienische Touristin wurde beim Baden im Meer von einem Tier gebissen und musste mit einer klaffenden Wunde an der Wade ins Krankenhaus gebracht werden.
Nachdem die Frau durch Rettungsschwimmer erstversorgt worden war, wurde der Strand vorübergehend gesperrt. Die Behörden hissten die rote Flagge, und das Baden wurde untersagt. Über Lautsprecher warnten Einsatzkräfte vor einem möglichen Hai in der Nähe, da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass ein solches Tier für die Verletzung verantwortlich war.
Im Laufe des Nachmittags äußerten sich dann Meeresbiologen und Experten zu dem Vorfall und gaben Entwarnung. Form und Tiefe der Bisswunde sprachen gegen einen Hai. Stattdessen wird inzwischen vermutet, dass ein Drückerfisch oder ein Blaufisch die Verletzung verursacht haben könnte. Beide Arten sind im Mittelmeer verbreitet und können in seltenen Fällen Menschen beißen - etwa wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Brut verteidigen.
Hai-Angriffe sind äußerst selten
Hai-Angriffe im Mittelmeer kommen zwar vor, sind aber äußerst selten. Laut Daten der International Shark Attack File (ISAF) wurden in den letzten 100 Jahren weniger als 50 bestätigte Hai-Angriffe auf Menschen im gesamten Mittelmeerraum registriert. Die meisten dieser Vorfälle verliefen glimpflich und ereigneten sich weit entfernt von touristischen Badezonen. Zum Vergleich: In Regionen wie Florida werden jährlich über 20 Hai-Vorfälle gemeldet, wobei es sich hierbei meist um harmlose Begegnungen handelt.
Die Wahrscheinlichkeit, im Mittelmeer von einem Hai gebissen zu werden, ist statistisch gesehen äußerst gering. Die dort vorkommenden Haiarten - darunter der Blauhai - meiden in der Regel flache Küstenbereiche mit hohem Menschenaufkommen. Zudem gelten viele Haiarten als ungefährlich für den Menschen.
Nach einer Untersuchung des betroffenen Strandabschnitts durch die Behörden wurde die Sperrung am Nachmittag wieder aufgehoben. Es konnten keine Hinweise auf einen Hai gefunden werden. Um den Angriff aufzuklären, wird der Vorfall allerdings noch weiter untersucht.