
Am Samstagnachmittag ist ein Demonstrationszug durch Nürnberg gelaufen, organisiert von der Gruppe „Aryan People Resistance“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Widerstand des arischen Volkes“. Mitgelaufen ist auch der zweite Vorsitzende der AfD im Kreis Würzburg, Federico Beck, wie Videoaufnahmen von der Veranstaltung belegen.
Der Titel der Veranstaltung war „Gegen Pädophilie“, die laut Polizei 38 Teilnehmenden trafen sich um 14 Uhr am Willy-Brandt-Platz und formierten sich gegen 15.30 Uhr zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt rund um die Wöhrder Wiese.
Mehrere Teilnehmende mussten Tattoos abkleben, die Polizei ermittelt laut eigener Aussage wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, des Verdachts der Volksverhetzung sowie eines Verstoßes gegen das Bayerische Versammlungsgesetz (Vermummung). Außerdem wurde ein offener Haftbefehl bei einem der Teilnehmenden vollstreckt.
Die „ARP“ fordert in ihren Parolen nicht nur die Höchststrafe für „Kinderschänder“, sondern mit Rufen wie „wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ und „Re- Re- Remigration“ auch die Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus Deutschland.
In der Spitze etwa 200 Menschen haben sich laut Polizei zum angezeigten Gegenprotest unter dem Titel „Nürnberg Nazifrei“ eingefunden und sind auf einer alternativen Route durch die Stadt gelaufen. „Um das unmittelbare Zusammentreffen der unterschiedlichen politischen Lager zu verhindern“, hat die Polizei nach eigener Aussagen „unmittelbaren Zwang“ gegen die Gegendemonstrierenden angewendet. Außerdem war die Reiterstaffel mit mehreren Dienstpferden vor Ort.
Neue Abspaltung
Die Versammlungsanmelder von „Aryan People Resistance“ haben bereits etwa zwei weitere Versammlungen von „Der Störtrupp“ und „DRH“ angemeldet, wie die Stadt Nürnberg auf Anfrage mitteilt. Der Personenkreis sei hier nahezu identisch. Die „DRH“ (laut Stadt Nürnberg vermutlich: „Deutsche Rechte Heimat“) war eine Abspaltung vom „Team Menschenrechte“, das seit über einem halben Jahr wöchentlich in Nürnberg demonstriert und inzwischen vom Bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird. Die „APR“ ist nun eine erneute Abspaltung, laut der Stadt Nürnberg liegen derzeit keine weiteren Anmeldungen vor.
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