
Endlich ist wieder Sommer - und was für einer! Was uns an Wochenenden und freien Tagen dazu verleitet, in Schwimmsachen entspannt am See zu liegen, kann im Arbeitsalltag oft zu einer Belastung werden. Bei hohen Temperaturen leidet unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, es drohen Kopfschmerzen und Übelkeit. Viele Arbeitnehmer fragen sich, wie sie diesen Tag im Büro oder im Homeoffice überstehen sollen. Denn: Hitzefrei bei über 30 Grad Innentemperatur - das gibt es vielleicht in der Schule, aber in der Regel nicht am Arbeitsplatz.
Um ein erträgliches Arbeitsklima zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber einige Regeln aufgestellt, an die sich Arbeitgeber zu halten haben. Grundsätzlich gilt: Die Temperatur in Arbeitsräumen soll 26 Grad nicht überschreiten.
In der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättVO) sowie ergänzend in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) ist geregelt, ab welcher Lufttemperatur der Arbeitgeber zu welchen Maßnahmen verpflichtet ist.
Schon über 26 Grad Celsius muss für Abkühlung gesorgt werden
So wird unterschieden in drei Temperaturschwellen: 26, 30 und 35 Grad Celsius. Schon über 26 Grad muss der Arbeitgeber für Abkühlung sorgen. Das kann er beispielsweise über die Nutzung von Ventilatoren machen, frühmorgendliches Lüften, Schließen der Jalousien auch nach Beendigung der Arbeit, elektrische Geräte, wie Drucker, aus den Räumen verbannen oder deren Nutzung begrenzen.
In Büros über 35 Grad Celsius kann nicht gearbeitet werden, wenn der Arbeitgeber keine Hilfsmittel wie Luftduschen oder zusätzliche Hitzepausen einrichtet. Aber aufgepasst: Wenn in einem Raum die 35-Grad-Marke geknackt wird, bedeutet das für die Arbeitnehmer nur, dass sie in diesem Raum nicht arbeiten dürfen. Ein Recht darauf, die Arbeit zu beenden und nach Hause zu gehen, besteht nicht.
Betriebsrat unterstützt Arbeitnehmer
Werden die Temperaturschwellen überstiegen und der Arbeitgeber ergreift keine Maßnahmen, sollten sich Arbeitnehmer Hilfe beim Betriebsrat holen, so das Unternehmen einen solchen hat. Wenn nicht, sollten sich die Mitarbeiter direkt an den Arbeitgeber wenden.
Die Bundesagentur für Arbeit gibt online in ihrem Arbeitgebermagazin „Faktor A“ eine Handvoll Tipps, wie es für alle kühler und besser laufen kann, wenn es im Betrieb keine Klimaanlage gibt:
Wärmequellen ausschalten: Drucker, Kopierer, Monitore, Lampen - elektrische Geräte heizen Räume zusätzlich auf. Was nicht gerade für die Arbeit gebraucht wird, kann ausgeschaltet werden.
Sinnvoll lüften: Statt die Fenster dauerhaft gekippt zu haben, bringt Stoß- oder Querlüften zur richtigen Zeit mehr kühle Luft in den Raum. Lüften Sie also am besten frühmorgens, bevor es draußen zu warm wird. Auch das Reinigungspersonal kann gebeten werden, die Fenster zu öffnen, wenn die Mitarbeitenden später am Tag aus dem Haus sind.
Arbeitszeiten umlegen: Wenn möglich, können Arbeitszeiten an die Temperaturen angepasst werden. So kann zum Beispiel im Rahmen der Gleitzeit in den kühleren Morgen- oder Abendstunden gearbeitet werden. Was Pausen angeht, sind mehrere kurze Pausen zur Abkühlung sinnvoller als eine längere Pause.
Schatten spenden: Im Büro helfen vor den Fenstern helle Jalousien, Vorhänge oder UV-Schutzfolien. Jalousien am besten auch nach Feierabend unten lassen. Im Freien können Zelt, Sonnensegel oder Sonnenschirm Schatten schaffen. Bei der Arbeit draußen kann man darauf achten, den Arbeitsplatz jeweils in den Schatten zu verlegen.
Kurzfristig können Arbeitnehmer auch selbst Maßnahmen ergreifen, um besser gegen die Hitze gerüstet zu sein. So sorgt leichte und locker sitzende Kleidung für bessere Luftzirkulation am Körper. Auch viel Trinken steigert das Wohlbefinden an heißen Tagen, aber Achtung: Zu kalte Getränke können zu Magenbeschwerden führen. Und zu viel Zuckerhaltiges trocknet den Körper eher aus. Am besten sind Leitungswasser, natriumhaltiges Mineralwasser, verdünnte Säfte oder Saftschorlen. Für eine kurzfristige Kühlung sollten sich Beschäftigte kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Ansonsten gilt: Auf die Signale des Körpers achten und bei Unwohlsein eine kühlere Umgebung aufsuchen.