Mannheim - Wütend und zutiefst betroffen reagiert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) auf den schwer verletzten und nun verstorben Polizeibeamten. Der junge Polizist ist nach den Folgen einer Messerattacke in Mannheim ums Leben gekommen.

"Diese Tat macht uns tief betroffen. Wir sind nach wie vor mit unseren Gedanken bei dem Kollegen. Seit dem Angriff am Freitagvormittag erleben wir eine bundesweite Anteilnahme. Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland haben für den Kollegen gebetet und gehofft, dass die sicherlich hervorragende medizinische Versorgung im Großraum Mannheim und Heidelberg ein Wunder bewirken kann. Wir sind in den Gedanken bei der Familie des Kollegen, aber auch bei den Mannheimer Kolleginnen und Kollegen, die am Freitag wie an jedem Tag alles für die Sicherheit gegeben haben", verkündet der stellvertretende Bundes- und Landesvorsitzende der DPolG Baden-Württemberg, Ralf Kusterer.

Der 29 Jahre alte Beamte wurde mehrmals in den Kopfbereich gestochen. Unmittelbar nach der Tat seien seine Verletzungen behandelt worden, doch in den späten Nachmittagsstunden des 2. Juni sei er an den Folgen des Angriffs verstorben, wie die Behörden mitteilten.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft reagiert auf diese Tat und kritisiert die zunehmende Gewalt gegenüber Polizeibeamten. "Die Gewalt, die uns täglich begegnet, ist schonungslos brutal, menschenverachtend und oft tödlich. Die erschreckenden Entwicklungen können überall in Deutschland und im Grunde jede Bürgerin und jeden Bürger als Opfer treffen. Aber in erster Linie trifft sie viel zu oft und immer mehr die Polizei, Beschäftigte im öffentlichen Dienst und die Blaulichtfamilie. Die Kampagnen gegen Hass und Hetze treffen oft nicht einmal im Ansatz die Probleme, die unsere Polizistinnen und Polizisten täglich erleben und leider ertragen müssen."

"Zur Wahrheit gehört, dass fanatische, ideologisierte und verblendete potenzielle Täter mit all den Thesen und Maßnahmen nicht erreicht werden. Sie sind aber eine ernste und zunehmende Gefahr. Mit Diskussionen um Demokratie und Meinungsfreiheit erreicht man weder schuld- und deliktsunfähige Täter, noch religiöse Fanatiker, deren Gedankenwelt uns völlig fremd und absurd erscheint. Es gehört zur Realität, dass sich Deutschland verändert hat. Daran ändern weder die schöngerechneten Zahlen von Kriminalitätsstatistiken etwas, noch irgendwelche politischen Reden und die schönsten Polizeibilder, die im Grunde nur einen Schleier über die grausame Realität ziehen."