SPALT - Vor einem Jahr wurden Spalt und die Brauerei durch eine Spaß-Anzeige in der Faschings-Zeitung "Razet-Bote" überregional bekannt. Nun erscheint die nächste Ausgabe - geht sie wieder viral?

Erinnern Sie sich noch? Am Unsinnigen Donnerstag vor einem Jahr zog eine Anzeige aus der traditionsreichen Spalter Faschingszeitung "Razet-Bote" in den sozialen Netzwerken weite Kreise. Von den regionalen und überregionalen Tageszeitungen über die bekanntesten bayerischen Radiosender bis hin zu den größten deutschen Fernsehanstalten wurde fleißig der Bekanntheitsgrad der Spalter Region und des leckeren Lebenselexiers der Hopfenstädter gefördert. Der Spalter Aufreger taugte sogar für überregionale Zeitungen.

Dabei war der Anlass eine ganz harmlose, humorvoll gestaltete Anzeige in einer von Corona geprägten gar nicht so normalen "Fosernoocht". Dort hieß es, wegen der Pandemie und dem einhergehenden Wegfall von Veranstaltungen und dem dadurch sinkendem Bierabsatz würde die Stadtbrauerei Spalt dringend eine Aushilfe suchen, und weil notfalls Lagerbestände ausgetrunken werden müssten, sei Trinkfestigkeit von Vorteil.

Was für eine Werbe-Rakete

Als ein Foto-Ausschnitt dieser Anzeige in den sozialen Netzwerken erschien, ging dieser Beitrag regelrecht durch die Decke. Im Rathaus - schließlich ist die Stadtbrauerei Spalt die letzte kommunale Brauerei Deutschlands und damit in Bürgerhand - hätten die Telefondrähte geglüht. Zu zweit habe man Anrufe annehmen und E-Mails beantworten müssen, gestand damals auch Markus Böhm von der Stadtbrauerei gegenüber der RHV.

Tatsächlich suchten die Spalter eine Aushilfe für einen normalen Brauerei-Job, allerdings ohne Trinkfestigkeit. Dies wurde so auch in einem Fließtext für den Razet-Boten bei der Druckerei Fuchs abgegeben. Diese Zeilen wurden dann jedoch "sehr charmant" umgewandelt - und die Werbe-Rakete ging ab.

Nun, am Unsinnigen Donnerstag erscheint wieder eine neue Ausgabe des Razet-Boten - im Untertitel "Schpolter Käsblatt und Maschkera-Zeitung" - der in allen Spalter Geschäften für 1,99 Euro erhältlich ist. Und ganz(?) Deutschland fragt sich, welche heitere Anzeige wohl heuer auf den zehn farbigen Seiten zu finden ist. Ein Jahr lang hatte der örtliche Heimatverein wieder seine geheimen Korrespondenten in alle Gassen und Wirtschaften Spalts und seiner "Kolonialgebiet" ausgeschickt, um lustige Begebenheiten, menschliche Schwächen und Kurioses aus der örtlichen Kommunalpolitik ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Viele Anregungen

Der Razet-Boten-Briefkasten bei der Druckerei Fuchs war jedenfalls wieder gut gefüllt, und so kommen auch heuer wieder so einige Sonderlichkeiten ans Licht, die ansonsten schnell in Vergessenheit geraten wären. Im Aufmacher wird im Rückblick natürlich auf besagte Anzeige und deren Wirkung eingegangen. Und da dies eine äußerst wirksame Werbemaßnahme zum Nulltarif gewesen sei, klopft die Redaktion des Razet-Boten im Text bei Bürgermeister Udo Weingart an, ob nicht eine kleine Belohnung dafür angebracht gewesen wäre?

Auch Vorschläge werden gemacht. Dass Spalt die Stadt der Dichter - und vielleicht auch Denker - ist, wird fast auf jeder Seite unter Beweis gestellt. Und auch der frühere amerikanische Präsident meldet sich in einem Brief an die Redaktion zu Wort: "Make the Rezatbote great again. Please let me know, how I could help you". Allerdings verzichtete die Redaktion - "nach eingehenden Beratungen" - dankend auf die Mitarbeit. Man sah letztendlich die Seriosität des Blattes gefährdet.

Natürlich ist nicht jeder Beitrag für Neigschmeckte oder Gelegenheitsleser gedacht, sondern eher für Insider. So wird beispielsweise in Sachen "Städte-Erbauliches" der Vollpfosten des Jahres verliehen, denn schließlich sei Spalt auch die Stadt der Ideen. Apropos Ideen: In der Angelegenheit "Gestaltung des früheren Stadthallengeländes" wird mit dem letzten Oppositionellen "Rufer in der Wüste" ein Interview geführt - brisante Aussagen inklusive.

Übrigens: Auf der letzten Seite sind wieder alle Sponsoren aufgelistet, ohne die es keinen Razet-Boten (Auflage 1300) geben würde. Wer aber ist die Städtische Flachdachplanungsgesellschaft (FDPG) in Partnerschaft mit Odu Tragniew?