ROTH - CSU-Bürgermeisterkandidat Hans-Günter Kraetsch muss derzeit wegen einer Coronainfizierung unfreiwillig eine Wahlkampfpause einlegen. "Ich hoffe, ich kann ab Mitte kommender Woche wieder voll durchstarten", sagt er am Telefon. Viel Zeit bleibt ihm nicht, sich und seine Wahlkampfthemen bekannter zu machen.

Nach seiner überraschenden Nominierung durch die örtliche CSU hat Kraetsch nach eigenen Angaben „extrem viele positive Rückmeldungen“ erhalten. Auch seinen Wahlkampfauftakt in Pruppach hat er in bester Erinnerung: „30 Zuhörer wollten mich und mein Programm kennenlernen“. Als er richtig loslegen wollte, hat ihn Corona ausgebremst. „Ich habe kurz vor meiner zweiten Wahlkampfveranstaltung erfahren, dass ich einen Tag zuvor mit einer Person Kontakt hatte, die Kontaktperson einer weiteren, infizierten Person war. Daraufhin habe ich einen Selbsttest gemacht, der negativ war. Dennoch habe ich mich sofort in Selbstisolation begeben und mich einem PCR-Test unterzogen. Dieser war nun positiv.“ Seitdem sind alle Wahlveranstaltungen gestrichen.

Dreifach geimpft

Obwohl dreifach geimpft, kursierten bald darauf im Netz Gerüchte, Kraetsch sei gar nicht geimpft gewesen. Mittlerweile sind einige Tage vergangen, Symptome seien keine aufgetreten, sagt er und hofft, bald wieder in den Wahlkampf einsteigen zu können. Schwierig sei es allemal, sich in der Kürze der Zeit – gewählt wird bereits am 16. Januar – den Rothern vorzustellen.

Da wegen Corona auch keine Podiumsdiskussion der üblichen Art stattfinden kann, muss der CSU-Kandidat hauptsächlich ins Netz ausweichen, um Aufmerksamkeit zu generieren (Siehe beispielsweise auf facebook #kraetschwaehlen, oder CSU Roth). Viel Zeit bleibt nicht. „Es wird Hausbesuche geben, wir werden Flyer verteilen, E-Mails verschicken, Plakate kleben, Info-Stände anbieten, Online-Sprechstunden abhalten, Videos werden online gestellt und … Wir werden einfach so viele Termine anbieten und wahrnehmen, wie irgend möglich“, sagt der CSU-Kandidat, der hofft, sich möglichst bald freitesten lassen zu können.

Beruflich befindet sich Hans-Günter Kraetsch im Homeoffice. Da werden schon mal vom Büro Waschkörbe mit Akten in einem überdachten Bereich in meinen Garten abgestellt und später wieder abgeholt. „Ansonsten kann ich ja telefonisch mit meinen Mandanten in Kontakt treten.“

Fakt ist, dass die Corona-Pandemie jedem einzelnen Wahlkämpfer für das Bürgermeisteramt in der Kreisstadt einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht. Ein normaler Wahlkampf, wie es bislang stets der Fall war, ist jedenfalls nicht möglich. Statt Präsenz-Veranstaltungen wird der Umweg über das Netz gesucht. Siehe Hans-Günter Kraetsch.